Die Süßholzwurzel

Die Süßholzwurzel

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Bereits in den alten großen europäischen und asiatischen Kulturen besaß die Süßholzwurzel eine herausragende Bedeutung. Noch heute zählt sie in China zu den zehn bedeutendsten Heilpflanzen!
Neben dem Einsatz als Heilpflanze bildet die Süßholzwurzel den Ausgangsstoff für Lakritze, welche sich besonders in Nord- und Mitteleuropa einer großen Beliebtheit erfreut.

Die Süßholzwurzel-Pflanze

Ursprünglich kommt die Süßholzwurzel aus Asien und gehört zur Familie der Schmetterlingsblütengewächse. Sie benötigt trockene, sandige Böden. Die langlebige und holzige Staude wird 1 bis 2 Meter groß und bildet zunächst eine Pfahlwurzel. Später bildet sich hieraus ein holziges Rhizom mit reichlich gelben, holzigen und etwa fingerdicken Nebenwurzeln. Diese sind als Süßholzwurzel bekannt und werden sowohl kulinarisch als auch medizinisch eingesetzt.

Aus den mehrere Meter langen Ausläufern die aus der Süßholzwurzel spießen, wachsen stielrunde bis kantige Triebe mit unpaarig gefiederten Blättern.

Die Schmetterlingsblüten sind bläulich bis hell-violett und stehen in den Blattachseln als vielblütige, ährenähnliche Blütenstände. In den Kahlen Hülsen etwicklen sich die Samen der Süßholzwurzel.

Medizinische Laufbahn der Süßholzwurzel

Sogar die alten Römer verwendeten die Pflanze schon bei Asthma und auch in Ägypten war die hervorragende Wirkung der Süßholzwurzel vermutlich bekannt. In dem Grab von Tutenchamun wurden die Wurzeln bei der Öffnung der Grabstätte entdeckt.
Das Nomadenvolk der Skythen machte sich die wasserretenierende Wirkung der Süßholzwurzel bei der Durchquerung von Wüsten zu Nutze. Solche Reisen dauerten bis zu 12 Tage, bei denen die Menschen ohne Wasser auskommen mussten. Noch heute ist der durststillende Trunk aus der Süßholzwurzel in der arabischen Welt sehr beliebt.

Israelische Studien belegen eine Wirkung bei verschiedenen Herpesvieren und am Krebsforschungszentrum von Houston, Texas, forschte ein Team um Prof. Vogel an antikanzerogenen Effekten der Süßholzwurzel.

Heilende Versuchung

Der italienische Arzt Pietro Andrea Mattioli rühmte die Süßholzwurzel im 16. Jahrhundert wie folgt:
„Die Wurzel gekaut, bekommt der Leber, dem hitzigen Magen, löscht den Durst, benimmt den Sod-brennen, reinigt Brust und Lunge, löst den Auswurf, lindert die raue Kehle, erweicht die Geschwüre; deshalb wird sie mit Erfolg gegeben wieder die Heiserkeit, den Huste, schweren Atem.“

Dominikanische Mönche brachten die Süßholzwurzel aus dem Mittelmeerraum nach Nordengland. Die Pflanze entwickelte hier zwar keine Blüten, aber der schwarze Saft wurde sowieso aus der Wurzel gewonnen. Im Jahre 1614 wurden daraus erstmals Lakritz-Taler hergestellt, welche aber, genauso wie die Süßholzwurzel, zu therapeutischen zwecken eingesetzt wurden und nicht als Süßigkeit galten. Erst 1760 wurde von dem Apotheker George Dunhill Zucker in die Lakritz-Talern gemischt. So wurde die Medizin aus der Süßholzwurzel zu einer beleibten Süßigkeit – der Lakritze.

Süßholzwurzel Tee Rezepte

Süßholztee
Eine Tasse Wasser mit ca. einem halben Teelöffel geschnittener Süßholzwurzel zum kochen bringen. Kurz kochen lassen und abgießen. Den Tee 3- bis 5- mal täglich trinken.

Reizhustentee
10 Gramm Isländisch Moos und je 35 Gramm Huflattich- und Spitzwegerichblätter, Malvenblüten und Süßholzwurzeln mischen. 1 Tasse kaltes Wasser mit 1 Teelöffel der Mischung ansetzen und 1,5 Stunden ziehn lassen. Abgießen und schluckweise trinken.
3-mal täglich 1 Tasse jeweils frisch zubereitet trinken.

Asthma-Begleittee
Thymiankraut, Huflattichblätter, Fenchelfrüchte, Weissdornblüten, Löwenzahnkraut, Melissenblätter und je 15 Gramm Süßholzwurzel mischen. 1 Teelöffel der Mischung mörsern, mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen und 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. 3-mal täglich 6 Wochen lang 1 Tasse trinken.

Schleimlösender Tee
Fenchel- und Anissamen und Ysopkraut mit je 25 Gramm Süßholzwurzel vermischen. 3 Teelöffel der Mischung und 1 zerkleinerte Feige mit einem halben Lieter heißem Wasser überbrühen. Alles 10 Minuten bedeckt ziehen lassen und abgießen. Heiß trinken.

Tee bei Magengeschwüren
20 Gramm Melissenblätter, 40 Gramm Kamillenblüten, 10 Gramm Fenchelsamen und 30 Gramm Süßholzwurzel vermischen. 1 Teelöffel der Mischung im Mörser anquetschen und mit heißem Wasser übergießen. Nach 10 Minuten bedecktem Ziehen abgießen. 3 Tassen täglich trinken.
Die so genannte Dreier-Ulkuskur wird bei Magengeschwüren empfholen: 2 Tage Kamille-Rollkur, 2 Tage Leinsamenschleim, 2 Tage Süßholzwurzel-Tee.

Bild: Flickr.com

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